Weinregal

Tipps und Tricks: Was muss man bei der Weinauswahl beachten?

Der Weinkauf wird für Private oft zum Spießroutenlauf zwischen Billig-Angeboten und überteuerten, angepriesenen Spitzenprodukten. Doch was stimmt wirklich? Kann man sich beim Weinkauf am Preisschild orientieren? Die zunächst kryptische Antwort unseres Sommeliers: Ja und Nein.

Es ist wichtig, sich Bewusst zu machen, dass manche Weinpreise nicht unbedingt die Qualität des Produkts widerspiegeln. Auf der anderen Seite wird Qualität immer ihren Preis haben. Wir fragen uns in der heutigen Zeit automatisch, wie gut etwas wirklich sein kann, wenn es wenig kostet. Wie soll man da die richtige Auswahl treffen? Zudem ist uns allen eine kaum überschaubare Vielfalt an Weinen zugänglich. Zunächst einmal gilt es, für sich selbst zu klären, zu welchem Zweck ich Wein kaufen möchte: Gibt es ein spezielles Menü? Möchte ich die Flaschen länger lagern oder einfach mit Freunden ein Gläschen genießen?

Supermarkt-Einkauf?

Einfach in den Supermarkt gehen um eine Flasche Wein zu kaufen? Warum nicht! Viele größere Ketten haben eigene „Weinwelten“ wo man sich über simples Barcode-Scannen jede nur erdenkliche Information über den Wein, das dazu passende Gericht und auch gleich das Rezept dazu abrufen kann. Das macht richtig Laune und ich ertappe mich selbst dabei, wie ich rein aus Neugierde anfange, Weine abzuscannen. Ja, auch ich bin vor dieser Maschinerie nicht gefeit und mit Entzücken lege ich mir dann die eine oder andere Flasche zufrieden in den Einkaufswagen. Eigens angestellte Sommeliers kaufen hier genauso Wein ein wie ich das fürs Hotel mache. Nur die Aufgabenstellung ist eine andere. Ganz zu schweigen von den Mengen. Die Margen sind meist niedriger, die Weine werden schneller verkauft, der Regalpreis ist in Relation zur Qualität näher dran als in manchen Restaurants oder Hotels, weil die tatsächliche persönliche Serviceleistung fehlt.

Stöbern macht Laune…

Stöbern Sie ruhig etwas in den Regalen, vor allem in den obersten. Interessanterweise werden Weine, welche nicht dem aktuellen Jahrgang entsprechen, gerne nach oben oder hinten verräumt. So ist es mir persönlich schon oft passiert, dass ich ausgezeichnete, vor allem trinkreifere Weine um 10-15 Euro erwischt habe, die ein Übermaß an Genusswert boten.

Das Fachgeschäft

Wenn Sie ein Fachgeschäft für Wein aufsuchen, ist auch Fachpersonal vor Ort – mein Tipp daher: Nutzen Sie die Möglichkeit mit diesen Leuten zu reden, sich beraten und informieren zu lassen!
Natürlich will man Ihnen etwas verkaufen, das heißt aber nicht zwangsläufig, dass man Ihnen das Geld mit teuren Weinen aus der Tasche ziehen will. Fragen Sie also bei Ihrem nächsten Besuch einfach mal genauer nach, legen Sie ruhig einen gewissen Rahmen fest – sei es preislich oder zu einem gewissen Anlass – oder geben Sie eine Richtung vor, wie der Wein sein darf. Nennen Sie Weine, die Sie sonst vielleicht gern genießen. Derzeit sind Weine aus Regionen wie dem Languedoc in Frankreich oder Sizilien, Basilikata und Sardinien in Italien heiße Tipps!

Übrigens gilt das auch für Restaurants oder Hotels. Nutzen Sie den Service von ausgebildetem Fachpersonal – egal in welchen Bereichen! So wird die Weinauswahl garantiert zum Genusserlebnis…

Mit vinophilen Grüßen und weiterhin guten Genuss!
Andreas Pfingstl, Sommelier im Interalpen-Hotel Tyrol


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